,,Wie schön, dass du endlich da bist! Reik hat mir so viel von dir erzählt! Komm rein!“ , Reiks Mutter Elisabeth war eine liebevolle ältere Dame. Rüstig und resolut im Umgang mit ihren Jungs, doch immer darauf bedacht ihnen ein Vorbild zu sein. ,,Dankeschön!”, Asena gab Elisabeth das Windlicht, dass sie als Gastgeschenk mitgebracht hatte. ,,Ach ist das süß! Vielen Dank Asena!“, Elisabeth freute sich sehr - von ihren Jungs bekam sie zwar öfter mal Blümchen vom Einkaufen mitgebracht, doch meistens zeigten die Beiden ihr eher durch kleinere Reparaturen am Haus, dass sie sie lieb hatten. Asena staunte, als sie das Haus betrat. Überall war zu sehen und zu spüren, dass hier eine Familie lebte, in der sich die Menschen akzeptierten und respektierten. Die Küche und das Wohnzimmer waren warm und gemütlich eingerichtet mit und im Flur gab es für jeden einen eigenen Garderobenhaken. ,,Das Essen ist noch nicht ganz fertig, aber Reik kann Dir ja schon einmal eine kleine Hausführung geben…” Mit diesen Worten schubste Elisabeth Reik aus der Küche Richtung Asena. Etwas unbeholfen stolperte er auf sie zu. ,,Hoppla!“ Reik nahm Asena in seine Arme. Sie fühlte sich wieder unendlich sicher. So wie vor ein paar Wochen in der Pausenhalle. Es tat schon fast weh so schön fühlte es sich an. Sie mochte ihn, ja. Doch was Liebe wirklich bedeutete wusste Asena nicht. ,,Komm mit, ich zeige dir wie wir wohnen!”, Reik war schon die ersten paar Stufen der Treppe nach oben gegangen und zog sie an der Hand mit sich. ,,Als Erstes zeige ich dir mein Zimmer.“ Asena wusste gar nicht wie ihr geschah - ein eigenes Zimmer hatte sie zwar auch, genau genommen sogar zwei. Sie waren miteinander verbunden und waren beide nicht groß. Das Eine war ehemals ein begehbarer Kleiderschrank gewesen. Mit gerade mal sechs Quadratmetern passten gerade so ihr Bett, ihr Kleiderschrank und ihr kleiner Schreibtisch hinein. Das Andere war etwas größer und beherbergte früher das Bett ihrer nächstjüngeren Schwester, Nissa. Doch die war inzwischen zur Drittältesten, Sintha ins Zimmer gezogen. Als sie in Reiks Zimmer sah staunte sie nicht schlecht. Es war klein, doch es passte alles hinein, was ihm wichtig war. Den meisten Raum nahmen sein Bett und sein Schreibtisch ein. Überall im Zimmer waren Stofftiere verteilt. Einige saßen auf dem Bett, andere wiederum in einem Sitzsack unter dem Fenster und ein besonders großes saß in seinem Schreibtischstuhl. Es war ein Zebra und offenbar ein Mädchen. Sie trug ein Kleid, dass die großen, felligen Stoffbrüste kaum zu verbergen vermochte. ,,Ääääh Reik, was ist das hier?”, Asena wusste nicht, was sie sagen sollte. ,,Das hier ist Feather, meine Zebradame!“, stolz nahm Reik sie aus dem Stuhl. ,,Die ist ja fast so groß wie ich!” ,,Ja und nicht erschrecken, sie hat auch noch mehr mit Dir gemeinsam.“, vorsichtig lupfte Reik Feathers Kleid ein wenig. Genau so viel um Asena die kleine rosa Stelle zwischen Feathers Beinen zu zeigen. Asena taumelte und schloss die Zimmertür hinter sich. ,,Dann bist du auch noch Jungfrau?” ,,Jepp, könnte man so sagen. Natürlich kann ich mich hier mit meinen Tierchen austoben, doch mit einer echten Frau hatte ich es noch nie zu tun.“ ,,Oh man. Dann, dann bin ich deine erste richtige Freundin?” Asena konnte es kaum glauben. ,,Und wieso zeigst du mir das Alles hier?“ ,,Weil es ein Teil von mir ist. Und weil ich einige Dinge mag und mit meinen Stoffmädels machen kann, die du sicherlich nicht machen magst.” ,,Woher willst du das wissen?“ Die Worte flutschten einfach so aus ihr heraus. ,,Vielleicht finde ich das Eine oder Andere auch total gut?” ,,Oh, ich bin mir ziemlich sicher, dass du Vieles magst, was ich auch mag.“, erwiderte Reik und sah sie schelmisch an. ,,Nur mit der Umsetzung bin ich mir nicht sicher. Noch nicht. Ich will, dass du erstmal zur Schule gehen und dein Leben in Ruhe leben kannst. In einer Familie, die dich schätzt, schützt und liebt. Und wenn du volljährig bist können wir gerne nochmal über Dinge sprechen, die ich mag und die du magst. Vorher bleibt mein Zimmer für dich tabu!”, sanft aber bestimmt öffnete Reik die Tür und schob Asena sanft hinaus. ,,Essen ist fertig!“ hörten sie aus dem Erdgeschoss.

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